Indikationen

Akute myeloische Leukämie (AML)

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste Form der akuten Leukämien. Sie befällt das Blut und Knochenmark des Patienten. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch ein unkontrolliertes Wachstum funktionsunfähiger blutbildender Vorläuferzellen im Knochenmark. Diese Zellen behindern die Bildung gesunder blutbildender Zellen und führen dadurch u.a. zu einem Mangel an Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.

Typische Symptome der AML sind Anämie, Fieber, verstärkte Infektanfälligkeit und Störungen bei der Blutgerinnung. Schwere Formen in fortgeschrittenem Stadium können unbehandelt innerhalb von mehreren Stunden oder Tagen zum Tod führen. 

Grundsätzlich umfasst die AML-Therapie eine intensive Chemotherapie, um eine Remission zu erreichen. Einige Patienten können eine zusätzliche Chemotherapie oder eine hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) erhalten, um Resttumorzellen möglichst vollständig zu zerstören. Allerdings verursacht HSCT eine hohe Morbidität und Mortalität und nur weniger als die Hälfte der AML-Patienten können mit HSCT behandelt werden.

Leider sind ältere Patienten oftmals nicht in der Lage, die vollständige Behandlung der intensiven Chemotherapie aufgrund der hohen toxischen Nebenwirkungen abzuschließen. Somit bleibt die Mehrheit der älteren Patienten weiterhin unbehandelt und lebt mit einer minimalen Restkrankheit (Minimal residual disease), die früher oder später zu einem Leukämierückfall führt. Wir entwickeln unsere DC-Vakzine der neuesten Generation für die post-Remissionstherapie von Patienten mit AML, die sich keiner HSCT unterziehen können oder die ein erhöhtes Rückfallrisiko haben.

Multiples Myelom (MM)

Das multiple Myelom (MM) ist eine durch monoklonale Plasmazellvermehrung im Knochenmark charakterisierte, nach WHO-Kriterien den B-Zell-Lymphomen zugehörige, maligne Erkrankung mit vermehrter Produktion kompletter oder inkompletter monoklonaler Immunglobuline. Diese Proteine sind in Serum und/oder Urin nachweisbar. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 3.000 Männer und etwa 2.700 Frauen neu an einem Multiplen Myelom (ICD10-C90). Das MM ist somit nach Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphomen die dritthäufigste hämatologische Neoplasie und für ca. 1% aller Krebserkrankungen in Deutschland verantwortlich.

Myelodisplastisches Syndrom (MDS)

Unter dem Begriff Myelodysplastisches Syndrom wird eine Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks zusammengefasst, bei denen die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von mutierten Ursprungszellen (Stammzellen) ausgeht. Das Knochenmark von Patienten, die an myelodysplastischen Syndromen leiden, ist nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. In fortgeschrittenen Stadien dieser Erkrankungen werden immer mehr unreife Blutzellen produziert. Der Blutbildungsprozess ist also nachhaltig gestört und kann bei manchen Patienten zu einem späteren Zeitpunkt auch zu einer akuten myeloischen Leukämie (AML) führen.