Medigene und akademische Partner veröffentlichen Methode zur Verstärkung adoptiver T-Zell-Therapien

Planegg - "Cancer Research"-Artikel veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus neun akademischen Forschungsgruppen in Berlin, München und Heidelberg

Die Medigene AG (MDG1, Frankfurt, Prime Standard, TecDAX) gibt bekannt, dass in der aktuellen Ausgabe von "Cancer Research" ein wissenschaftlicher Artikel über eine Methode zur Verstärkung adoptiver T-Zelltherapien veröffentlicht wurde (AACR Publikation: DOI: 10.1158 / 0008-5472.CAN-16-1922). Die Forschungsergebnisse zeigen, wie adoptive T-Zell-Therapien durch Optimierung der T-Zelleffektorfunktionen verbessert werden können, ohne ihre Spezifität zu verändern.

T-Zell-Rezeptoren (TCRs) von inhärenter mittlerer bis niedriger Affinität, die sich während des natürlichen Verlaufs von Immunantworten entwickeln, ermöglichen keine ausreichende Aktivierung für die Tumor-Eliminierung, wodurch die Mehrheit dieser T-Zellen für die adoptive T-Zelltherapie suboptimal ist. Die Affinität von TCRs kann zwar künstlich verstärkt werden, um eine stärkere T-Zell-Aktivität zu erreichen, bringt aber das Risiko mit sich, unerwünscht Kreuzreaktivitäten zu erzeugen, die zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der klinischen Anwendung führen können. In dem nun veröffentlichten Artikel konnten die Forscher zeigen, dass sich durch eine ergänzende Co-Expression eines chimären PD-1: 28-Rezeptors auf T-Zellen mit geringer Avidität, die ein natürlich verarbeitetes und präsentiertes Tumor-assoziiertes Antigen erkennen, die Effektorfunktion auf ein Niveau erhöhen lässt, das vergleichbar ist mit T-Zellen hoher Avidität von gleicher Spezifität.

Prof. Dr. Elfriede Nößner, Leiterin der Immunoanalytics - Research Group Tissue Control of Immunocytes und Core Facility am Helmholtz Zentrum München, und Senior-Autorin der Publikation, erklärt: "Verbesserte T-Zellen, kombiniert mit Checkpoint-Inhibition, könnten eine vorteilhafte Kombination für therapeutische Strategien sein. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Hinzufügen von PD-1: 28 zur T-Zell-Funktion unterstützende Effekte hat. Dies macht es zu einem attraktiven Werkzeug für die adoptive T-Zell-Therapie."

Prof. Dr. Dolores J. Schendel, Vorstandsvorsitzende und CSO der Medigene AG und Mitverfasserin der Publikation, ergänzt: "Die Funktionsverbesserung von T-Zellen mit geringer Avidität, ohne deren TCR-Affinität zu verändern, erschließt ein großes Arsenal von Zellen mit niedriger Avidität, die bisher als therapeutisch ineffizient angesehen wurden, und die nun für die adoptive T-Zell-Therapie in Betracht gezogen werden können. Wir ziehen diese Ergebnisse auch für die Entwicklung zukünftiger TCR-Therapien bei Medigene in Erwägung und freuen uns über die Perspektiven dieses Ansatzes."

Der Artikel mit dem Titel "Chimeric PD-1:28 receptor upgrades low-avidity T cells and restores effector function of tumor-infiltrating lymphocytes for adoptive cell therapy" finden Sie hier online: cancerres.aacrjournals.org/content/early/2017/05/20/0008-5472.CAN-16-1922

Die Ergebnisse wurden innerhalb einer Forschungsallianz von Wissenschaftlern aus neun deutschen akademischen Institutionen und Wissenschaftlern der Medigene AG erzielt.

Über Medigenes TCR-Technologie: Die TCR-Technologie zielt darauf ab, körpereigene T-Zellen des Patienten mit tumorspezifischen T-Zell-Rezeptoren auszustatten. Die bezüglich ihres Rezeptors modifizierten T-Zellen sind dadurch in der Lage, Tumorzellen zu erkennen und wirksam zu zerstören. Dieser immuntherapeutische Ansatz versucht, die bestehende Toleranz gegenüber den Krebszellen und die tumor-induzierte Immunsuppression im Patienten zu überwinden, indem T-Zellen des Patienten außerhalb des Körpers (ex vivo) aktiviert und modifiziert werden.

Die TCR-Therapie wird für das Auffinden einer größeren Anzahl von möglichen Tumor-Antigenen im Vergleich zu anderen T-Zell basierenden Immuntherapien, wie dem chimärischen T-Zell Antigen-Rezeptor (CAR T), entwickelt.

Medigene bereitet derzeit die klinische Entwicklung von ersten eigenen TCR-Produktkandidaten vor und baut im Rahmen dessen eine Pipeline an rekombinanten T-Zell-Rezeptoren auf. Zudem wird ein Verfahren zur Kombination dieser Rezeptoren mit patienteneigenen T-Zellen gemäß den regulatorischen GMP-Standards (Gute Herstellungspraxis, engl. Good Manufacturing Practice) etabliert.

Medigenes erste TCR-Immunotherapy "MDG1011" wird in einer klinischen Phase I/II-Studie getestet werden, die Ende 2017 beginnen soll.

Die Medigene AG ist ein börsennotiertes (FWB: MDG1, WKN A1X3W0, Prime Standard, TecDAX) Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Martinsried bei München. Das Unternehmen entwickelt hochinnovative, komplementäre Therapieplattformen zur Behandlung von verschiedenen Krebsarten und -stadien mit Projekten in der klinischen und präklinischen Testung. Medigene konzentriert sich auf die Entwicklung personalisierter, T-Zell-gerichteter Immuntherapien.

Weitere Informationen unter www.medigene.de

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