• Deutlich längere Überlebenszeiten durch
Behandlung mit EndoTAG®-1 im Vergleich zur Standardtherapie in einer
kontrollierten Studie mit 200 Patienten
• Neuartiger Wirkmechanismus mit gezielter Zerstörung der Gefäßversorgung des Tumors eindrucksvoll belegt
• Veröffentlichung von detaillierten Daten auf internationalem Krebskongress geplant
Martinsried/München, 17. März. 2008.
Die MediGene AG (Frankfurt, Prime Standard: MDG) hat mit dem
Medikamentenkandidaten EndoTAG®-1 exzellente Wirksamkeitsdaten in einer
klinischen Phase II-Studie zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
erzielt. Die Studie mit 200 Patienten zeigte deutlich längere
Überlebenszeiten bei Patienten, die mit EndoTAG®-1 in Kombination mit
dem Standardtherapeutikum Gemcitabin behandelt wurden, gegenüber
Patienten, die lediglich Gemcitabin erhielten. Dabei verbesserten sich
die Überlebenszeiten der behandelten Patienten mit zunehmender Dosis
von EndoTAG®-1 und insbesondere bei längerer Behandlungszeit mit
EndoTAG®-1 außerordentlich.
Die Studie wurde in drei
Dosisgruppen sowie einer Vergleichsgruppe (nur Gemcitabin)
durchgeführt. Dabei erhöhte sich die mediane Überlebenszeit der mit der
höchsten Dosis von EndoTAG®-1 behandelten Patienten um durchschnittlich
30 % gegenüber der Vergleichsgruppe. Nach sechsmonatiger Behandlung war
die Überlebensquote in dieser Dosisgruppe ebenfalls etwa 30 % höher als
in der Kontrollgruppe. Bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum
und wiederholt mit EndoTAG®-1 behandelt wurden, lagen die
Überlebenszeiten und –quoten noch deutlich höher. Das aus der
Zwischenanalyse bekannte positive Sicherheitsprofil von EndoTAG®-1
bestätigte sich in dieser Studie ebenso wie der positive Einfluss auf
die Lebensqualität der Patienten. Eine vollständige Auswertung der
Daten wird MediGene im vierten Quartal 2008 veröffentlichen. Daten
dieser Studie sollen zudem auf einem internationalen onkologischen
Kongress vorgestellt werden.
Für EndoTAG®-1 hat die EU-Kommission
2006 den Orphan Drug Status in der Indikation Bauchspeicheldrüsenkrebs
erteilt, der MediGene nach der Erteilung einer Zulassungsgenehmigung
innerhalb der Europäischen Union für eine Dauer von zehn Jahren
Marktexklusivität zusichert.
Prof. Matthias Löhr,
Professor für Gastroenterologie & Hepatologie am Karolinska
Institutet Stockholm sowie Leiter der Abt. Molekulare Gastroenterologie
(DKFZ Heidelberg) und medizinischer Leiter der Studie, kommentiert:
„Die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist aufgrund der
aggressiven Verlaufsform und den unbefriedigenden therapeutischen
Möglichkeiten eine enorme Herausforderung für die Onkologie. In der
Therapie dieses Tumors hat es in der Vergangenheit kaum Fortschritte
gegeben. Die in dieser Studie mit EndoTAG®-1 erzielten Ergebnisse sind
in dieser Eindeutigkeit überraschend und herausragend. Die Daten legen
nahe, dass EndoTAG®-1 bei weiterer erfolgreicher Entwicklung eine
enorme Verbesserung in der Behandlung mit Bauchspeicheldrüsenkrebs
bieten könnte.“
Dr. Ulrich Delvos, Vorstand
für Forschung & Entwicklung der MediGene AG, kommentiert: „Die
heute vorgelegten Wirksamkeitsdaten bedeuten den Durchbruch in
MediGenes EndoTAG®-Entwicklung. Die hervorragenden Studienergebnisse
belegen, dass der postulierte Wirkmechanismus von EndoTAG®-1
funktioniert: Die Krebszellen werden durch die gezielte Zerstörung der
versorgenden Tumorblutgefäße regelrecht „ausgehungert“. Das bedeutet,
dass EndoTAG®-1 prinzipiell für die Behandlung aller solider und stark
vaskularisierter Tumorarten geeignet sein könnte. Die
EndoTAG-Technologieplattform bietet darüber hinaus
Therapiemöglichkeiten für weitere Erkrankungen, die mit einer
pathologischen Neubildung von Blutgefäßen einhergehen. Die
Studienergebnisse machen uns sehr zuversichtlich für unsere laufende
klinische Phase II-Studie mit EndoTAG®-1 gegen hormonresistenten
Brustkrebs.“
„Wir freuen uns sehr über diese
Validierung des tumorgefässzerstörenden Wirkprinzips von EndoTAG® in
einer der schwierigsten Krebsindikationen überhaupt", kommentiert Dr. Peter Heinrich,
Vorstandsvorsitzender der MediGene AG. „Die Studie zeigte einen
deutlichen Überlebensvorteil bei der Behandlung mit EndoTAG®-1.
Überlebenszeit ist das entscheidende Kriterium bei der Beurteilung von
Krebsmedikamenten. Das breit einsetzbare Wirkprinzip von EndoTAG®-1
könnte Patienten mit verschiedensten Krebserkrankungen neue
Behandlungsmöglichkeiten bieten und dem Unternehmen ein Umsatzpotential
in Mililardenhöhe eröffnen.“
Aufbau und Ziele der Phase II-Studie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs:
Die teilnehmenden Patienten litten an einem inoperablen, lokal
fortgeschrittenen oder metastasierten Pankreaskarzinom. Sie wurden nach
dem Zufallsprinzip einer von vier Behandlungsgruppen zugeteilt. In
drei der Gruppen wurde den Patienten über sieben Wochen EndoTAG®-1 in
verschiedenen Dosierungen zweimal wöchentlich verabreicht. Jeweils
einmal wöchentlich erfolgte die Gabe in Kombination mit Gemcitabin. In
einer Kontrollgruppe erhielten die Patienten einmal wöchentlich
ausschließlich eine Monotherapie mit Gemcitabin. Im zweiten
Studienabschnitt bestand außerdem die Möglichkeit, bei Ansprechen der
Therapie die Behandlung mit EndoTAG®-1 fortzusetzen. Die Studie
untersuchte Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der
verschiedenen Dosierungen von EndoTAG®-1 in Kombination mit Gemcitabin.
Neben den heute gemeldeten Daten zum medianen Überleben und zur
Sechsmonats-Überlebensrate werden in der Endauswertung das
Zwölfmonats-Überleben, das Ansprechen des Tumors auf die Therapie und
der Einfluss der Therapie auf die Lebensqualität der Patienten
analysiert werden.
Pankreaskarzinom:
Mit etwa 32.000 Neuerkrankungen in den USA (etwa 10.000 in Deutschland)
und etwa der gleichen Anzahl von Todesfällen ist das Pankreaskarzinom
(Bauchspeicheldrüsenkrebs) die vierthäufigste tumorbedingte
Todesursache. Nur fünf bis 25 % der neu diagnostizierten Patienten sind
zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch operabel. Die mittlere
Überlebenszeit der Patienten beträgt nur etwa sechs bis sieben Monate.
Nach einem Jahr leben noch etwa 19 % der Patienten, nach fünf Jahren
sind es noch vier Prozent. Entsprechend hoch ist daher der Bedarf an
neuen Therapieansätzen zu Behandlung dieser aggressiven
Krebserkrankung. Gemcitabin ist das derzeit meist eingesetzte
Medikament zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs.
EndoTAG®-1: EndoTAG®-1
besteht aus positiv geladenen Lipid-Komplexen, die das darin gelöste
Zytostatikum Paclitaxel gezielt an die negativ geladenen Endothelzellen
neugebildeter Blutgefäße von Tumoren transportieren. Der Wirkstoff soll
die Tumorgefäße angreifen und zugleich das Wachstum neuer Gefäße
verhindern. Dadurch soll die Nährstoffzufuhr des Tumorgewebes
maßgeblich reduziert und das weitere Tumorwachstum unterbunden werden.
Im Rahmen der Phase II-Studie zur Behandlung von
Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde das direkt gegen die verbleibenden
Tumorzellen gerichtete Zytostatikum Gemcitabin in Kombination mit
EndoTAG®-1 gegeben. Neben der Phase II- Studie gegen
Bauchpeicheldrüsenkrebs, von der in dieser Mitteilung berichtet wird,
führt MediGene eine Phase II-Studie mit EndoTAG®-1 zur Behandlung von
hormonsresistentem Brustkrebs durch, deren Ergebnisse 2009 erwartet
werden. Basierend auf MediGenes EndoTAG®-Technologieplattform
untersucht das Unternehmen zudem weitere therapeutische Ansätze mit
EndoTAG®.
Diese Mitteilung enthält
bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese spiegeln die
Meinung von MediGene zum Datum dieser Mitteilung wider. Die von
MediGene tatsächlich erzielten Ergebnisse können von den Feststellungen
in den zukunftsbezogenen Aussagen erheblich abweichen. MediGene ist
nicht verpflichtet, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu
aktualisieren. MediGene® und EndoTAG® sind Marken der MediGene AG in
Deutschland und weiteren Ländern.
- Ende -
Die MediGene AG ist ein
börsennotiertes (Frankfurt, Prime Standard: MDG)
Biotechnologieunternehmen mit Standorten in Martinsried/München,
Oxford, UK und San Diego, USA. MediGene verfügt als erstes deutsches
Biotechnologie-Unternehmen über Medikamente auf dem Markt. Im Jahr 2008
plant MediGene den Start eigener Vertriebsaktivitäten in ausgewählten
europäischen Ländern. MediGenes Medikamenten-pipeline enthält mehrere
Produkte in der klinischen Entwicklung, darunter zwei
Medikamentenkandidaten mit einem geschätzten Umsatzpotenzial von über
einer Milliarde Euro. Darüber hinaus verfügt MediGene über verschiedene
Forschungsprojekte sowie Plattformtechnologien zur Wirkstoffentwicklung.
Kontakt MediGene AG
Email: investor@medigene.com,
Fax:++49 - 89 – 85 65- 2920,
Julia Hofmann/Dr. Georg Dönges, Public Relations, Tel.: ++49 - 89 - 85 65 - 3317
Dr. Michael Nettersheim, Investor Relations, Tel.: ++49 - 89 - 85 65 – 2946